Erstsemesterbegrüßung durch die KI Heidelberg

11 10 2010

Auch dieses Semester haben wir wieder unsere neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen an der Universität Heidelberg begrüßt und damit gezeigt, dass sich gegen das beschönigende Geschwafel zu Studiengebühren, Bolognaprozess und Mitbestimmungsrechten seitens der Universitätsleitung, der Landes- und der Bundesregierung auch an unserer Universität Protest formiert hat.

Der Einstieg in das Studi-Leben ist der Beginn eines neuen aufregenden und freieren Lebensabschnitts. Doch dort, wo man an schwachsinnige, willkürliche Grenzen stößt, ist noch einiges möglich! Wir von der Kritischen Initiative arbeiten nun schon seit einigen Jahren an dem Abbau von diesen Grenzen und haben auch schon auf Bundesebene einiges zu einem kritischen Reflektieren des Bolognaprozesses beigetragen.

Vielleicht gibt es unter unseren neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen ja auch noch den ein oder andere linken Menschen, der dazu Lust hat, bei uns dabei zu sein!

Anbei noch der Flyer-Text zu unserer heutigen Aktion:

Die Seifenblase

Ein kleiner Schritt über die Türschwelle, ein großer Schritt in deinem Leben. Der Traum von einem Ort, an dem dir alle Möglichkeiten offen stehen, geht in Erfüllung. Viele neue Menschen und die Welt kennen lernen, dich mit freien, lebendigen Geistern austauschen – ein gutes Leben erwartet dich, du hast es an die Uni geschafft:  Gut, du hast auch etwas Glück gehabt, dafür bist du jetzt Teil einer Elite, zu der nicht alle Men­sch­en gehören. Aber warum eigentlich nicht? Übrigens ist dieser Hörsaal ziemlich neu. Auch der Zweitgrößte ist gerade frisch renoviert worden und gerade werden die Fassaden der Neuen Universität und des Rektorats neu gemacht, wegen der 625-Jahr-Feier. Und du bist dabei. Allerdings musst du auch einiges leisten, hier wird Konkurrenz groß geschrieben, deine Noten müssen stimmen. Um Credit Points zu sammeln solltest du dich lieber nicht mit anderen Dingen ausserhalb deines Faches beschäftigen, denn nur mit einer wirklich guten Note ist es möglich einen Masterplatz zu bekommen. Aber wie passt das zusammen mit der Idee des offenen Geistes? Sollte nicht die Universität ein Raum sein, in dem…  Jedes Semester zahlt man 606€, auch wenn es nicht leicht ist und manche Menschen sich das einfach nicht leisten können. Und das mit den Räumen ist sowieso so eine Sache: Einige Fachbereiche wurden aus ihren Räumlichkeiten geworfen um Platz für die Exzel­lenz­ini­tiative zu schaffen. Auch für Studierende besteht ein ähnliches Problem, seit 3 Jahren sollen für die Fachschafts­kon­ferenz und Studierendengruppen neue Räume gefunden werden. Bis jetzt wird man nur hinge­halten. Ganz allgemein kann man jegliches Mitspracherecht knicken!In anderen Bundes­ländern ist dieses Mitspracherecht durch die Verfassten Studierendenschaften gegeben. In BaWü gibt es nur ein Pseudovertretung im sogenannten \“AStA\“, dessen Vorsitzender der Rektor selbst ist. Der Rektor der Universität Heidelberg sieht sich selbst gern als autoritärer Kapitän auf dem Uni­schiff, von Demokratie hält er nach eigener Aussage nicht viel. Als Mitglied und \“Alter Herr\“ einer Burschenschaft ist das nicht überraschend.  Ist das denn so wichtig?  Ist es denn mit dem ehemaligen Panzerfahrer Rektor Eitel möglich eine Friedensklausel in die Verfassung der Universität einzubringen, die verhindert, dass an der Uni Forschung stattfindet, die Aufrüstung und dem Militär dient? Wie unabhängig ist eine Universität, wenn der Aufsichtsrat (Hochschulrat) von Externen, vor allem aus der Wirtschaft, dominiert wird?   Ist dein Traum einer freien Universität schon zerplatzt?  Zweck der Uni ist es nicht junge Menschen zu Arbeitskräften zu formen, sondern ein Raum zu sein, an dem man unabhängig lernen und forschen kann. Diese unabhängige Forschung gibt die Möglichkeit Fehlentwicklungen der Gesellschaft aufzuzeigen. Die Hochschule muss ein demokratischer Ort sein, an dem sich alle Menschen selbstbestimmt weiterentwickeln können. Demokratischer Widerstand gegen Missstände, die nicht nur an der Universität, sondern überall in der Gesellschaft zu finden sind, ist möglich und notwendig!

kritischeinitiative@googlemail.com
www.kritische-initiative.de

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