Presseerklärung zur Erstieinführung

13 10 2009

Aktion von Studierenden auf der Erstsemestereinführung des Rektorats der Universität Heidelberg. Es wurden das seit 1977 bestehende Verbot der verfassten Studierendenschaften, sowie weitere Missstände angeprangert. Von den HochschulanfängerInnen kamen viele positive Rückmeldungen.

presse

Am heutigen Montag, 12.10.2009, fand die übliche Erstsemesterbegrüßung der Universität Heidelberg statt. Dabei wurde Rektor Eitel, während seiner Rede von Studierenden unterbrochen und seine Äußerungen in der Rede zu studentischer Mitbestimmung mit einer Aktion relativiert. Die Studierenden stellten sich mit schwarzem Klebeband auf den Mündern, Schildern und einem großen Transparent vor ihm auf. Auf dem Transparent stand: „Antidemokratische Uni. Hier gibt es seit 1977 keine verfassten Studierendenschaften.“ Die Schilder zeigten weitere Forderungen der Studierenden. Mit den zugeklebten Mündern sollte ausgedrückt werden, dass in BaWü die Studierendenvertretungen nicht das Recht besitzen sich zu (hochschul-) politischen Angelegenheiten zu äußern. Per Gesetz sind lediglich Äußerungen zu sportlichen, kulturellen und musischen Themen gestattet. Zeitgleich wurde folgender Text verlesen:

„In den 60er Jahren war Heidelberg eine der Hochburgen der Studierendenrevolte. Daher wurden 1977 unter dem damaligen „lupenreinen“ Ministerpräsidenten Filbinger in BaWü die verfassten Studierendenschaften verboten. Das damalige Gebäude der Studierenden wurde ein Jahr später durch ein großes Polizeiaufgebot geräumt um Platz für die Universitätsverwaltung zu schaffen.

Seit dem gibt es regelmäßig Studierendenproteste, die sich gegen die Missstände wehren und Alternativen fordern. Der letzte große Protest fand im letzten Sommersemester statt. Bundesweit gingen 270 000 Menschen auf die Straße. Allein in Heidelberg waren 7000 an einer Demonstration beteiligt. Im Anschluss wurde die alte Uni friedlich besetzt und Forderungen an die Unileitung gestellt. Die Besetzung, an der sich ca. 500 Menschen beteiligten, wurde nach drei Tagen auf Anweisung von Rektor Eitel gewaltsam geräumt. Gegen alle zu der Zeit anwesenden Personen wurde Strafanzeige gestellt. Erst auf massiven Druck einer breiten Öffentlichkeit hin, knickte Rektor Eitel ein und ließ die Anzeigen fallen.

+++ Demokratie an den Unis ist in Baden-Württemberg nicht erwünscht. +++ Studentische Mitbestimmung ist de facto verboten. +++ In 14 von 16 Bundesländern ist Selbststimmung und Autonomie selbstverständlich. +++ Studiengebühren fördern die soziale Selektion und schaffen eine isolierte akademische Elite. +++  Kritische Theorie und Wissenschaft werden gezielt aus dem Lehrangebot eliminiert. +++ Regelstudienzeit und überfüllter Stundenplan machen außerfachliches Engagement schwierig bis unmöglich. +++ WirtschaftslobbyistInnen haben an der Uni mehr Entscheidungsgewalt als Universitätsmitglieder. +++“

Bei den HochschulanfängerInnen kam dies sehr gut an, es gab viele positive Rückmeldungen. Die Aktion der Studierenden stellt den Auftakt für weitere Protestaktionen gegen undemokratische und unsoziale Strukturen an der Universität Heidelberg in diesem S

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One response

13 10 2009
interstellarpolitik » Blog Archive » Kritische Begleitung

[…] Verweis auf die Protestaktion der Kritischen Initiative zur Erstsemestereinführungsveranstaltung der Uni Heidelberg zur Kritik des Mangels an Demokratie […]

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